...who loves me. Es ist kein Zufall, dass gerade American Psycho Pat Bateman für Whitney Houston schwärmt. Bret Easton Ellis´ Roman sind die fiktiven Bekenntnisse eines erfolgreichen Broker Top Dogs im Manhattan Ende der 1980er Jahre. Die unendliche emotionale Leere und die zwischenmenschliche Unverbindlichkeit und Kälte des Erfolgs, des totalen Materialismus, kompensiert er mit dem Verüben orgiastischer Blutbäder an Prostituierten und Kollegen - und mit detaillierten Elegien auf Whitneys Debut Album. Ein ganzes Kapitel des Romans ist Whitney Houston gewidmet.
Es waren die 1980er, die den materialistischen Narzissmus als ultimative Weltordnung installiert haben. Ellis´ Romanfigur Patrick Bateman ist ein Portrait seiner Zeit, Whitney Houston ein Kind der selbigen. Es sind diese erfolgreichen Übermenschen, die unsere Idole sind, unsere Vorbilder. Wir verehren sie nicht nur für ihre Kunst. Wir bewundern sie für ihre Fähigkeit, sich vom Leben alles zu nehmen, was es nicht von selbst bereit ist zu geben. Aber dieser Erfolg hat seinen Preis. Und es ist weniger die Last des Ruhmes oder das Erfüllen von Erwartungshaltungen. Es ist die unendliche Einsamkeit, die zerstört - the fact that no one gives a shit. Denn sobald diese „Winner" in unserem unmittelbaren sozialen Umfeld sind, begegnen wir ihnen mit Ablehnung. Das Erkennen und Ergreifen von Chancen, die zum Erfolg führen, erfordert ein beträchtliches Maß an Rücksichtslosigkeit. Diese Leistungsphilosophie, die uns allen von Kindesbeinen an eingetrichtert wird und deren Symbole die großen Stars wie Whitney Houston sind, hat eine Kehrseite, die gerne unterschlagen wird. Wenn der Erfolg verblasst, bleibt nur die emotionale Wüste vollkommener Teilnahmslosigkeit der Umwelt.
Nietzsche sagt, die Erfindung von Moral, Rücksicht, Empathie und Bescheidenheit sei die Rache der Schwachen an den Starken. Sein „Übermensch", der das grundlegende Prinzip für jene Figuren ist, die wir als Stars verehren, ist nicht böse, aber er strebt nach der grenzenlosen Selbstverwirklichung. Er ist ein unsoziales Wesen.
In American Psycho wird dieses Prinzip konsequent zu Ende gedacht: als Patrick Bateman der Welt von seinen blutigen Verbrechen erzählen will, nimmt niemand davon Notiz. Die Umstände von Whitney Houstons tragischem Tod entsprechen durchaus dem menschenfeindlichen Materialismus, der sich als zentrales Leitmotiv durch sämtliche Romane von Bret Easton Ellis zieht: während im Hotelzimmer um das Leben der Sängerin gekämpft wurde, ging die Grammy Party im Foyer ohne sie weiter. Niemand hat sich für sie als Person interessiert. Morgen wird ein Weltstar beerdigt. Millionen werden Anteil daran nehmen. Rest in Peace, Whitney.
(KleG)





























