Nach einer nicht enden wollenden Odyssee kam ich in L'Alpe d'Huez an. Der Ort versprüht den Charme der frühen 70er im Heidi-Disney-Stil, der Trashlook hat gewissen Kultfaktor. „Heidi does pop im Wild West Style" war das Motto der Openingparty. Meine Erwartungshaltung war groß, doch dummerweise verwechselte ich Pop mit Poppen... Heidi legte Popmusik der 80er und Gegenwart auf. Die Stimmung war ausgelassen, gepoppt wurde nicht.
Es begann gerade zu schneien. Zum Glück, denn die Schneelage, vor allem in tieferen Gefilden, lässt zu wünschen übrig. Jetzt begebe ich mich auf die Piste. Skipiste wohlgemerkt. Fürs erste...
27.03.11
Das Wetter ist schlecht, die Männer sind nett, die Stimmung ist gut!
Gays in the mist. Skifahren war am 1. Tag nur eingeschränkt möglich. Bei Schneefall und Nebel ein sehr abenteuerliches unterfangen. Was auch seine Vorteile hat: Kein Anstellen am Lift!
Beim "Après-Ski" wurde einiges geboten. Der DJ wurde unterstützt durch eine Sängerin und zwei Bläser (Saxophon und Trompete). Heiße Gogos verstehen sich von selbst.
Abends standen vier Partys zur Auswahl. Ich entschied mich für zwei davon: "Crazyvores" und "Bear Necessity". Wie so oft bei Bärenpartys sind die Männer zwar hübsch anzusehen, doch sie stehen nur gelangweilt in der Gegend herum. Und das, obwohl Paul Heron auflegte. Schade. Bei "Crazyvores" hingegen ging es heiß her. An dieser Stelle kann ich von meinem ersten Kuss berichten. Ich erhielt auch ein Angebot für eine alternative Übernachtungsmöglichkeit, die ich allerdings ablehnte. Mal sehen...
28.03.11
Nachdem das Wetter endlich passte, wagte ich mich auf eine schwarze Piste. Von den österreichischen Alpen bin ich einiges gewohnt, diese Piste jedoch verdient eine eigene Bezeichnung: Selbstmord-Schwarz. Arjan – ein äußerst attraktiver Mann – erging es genauso. Gemeinsam kämpften wir uns abwärts, der sicheren Skihütte entgegen. Hier sollte das Abenteuer aber noch nicht enden.
Ein Höhepunkt der Woche war "Snowball". Fast alle hielten sich an den Dresscode "Weiß". Außer ich. Ich war das schwarze Schaf, äh, Darling. Die Party war fantastisch.
Unter all den gut gelaunten Gästen sah ich nun auch Arjan wieder. Er bewegte sich ekstatisch zu DJ Steven Redants Klängen, mit nacktem Oberkörper. Was ich da zu sehen bekam, gefiel mir sehr gut. Und so tanzten wir die ganze Nacht gemeinsam...
29.03.11
"Poolparty" stand am Programm. Ein Darling muss für ein derartiges Event perfekt in shape sein. Daher wurde das Frühstück gestrichen. Stattdessen pflegte ich meinen Schönheitsschlaf. Auf der Skipiste kurz ein paar Schwünge getätigt – don't overdo it – und anschließend ein leichtes Abendessen.
Um 21 Uhr war es dann endlich so weit. On the decks: DJ Leomeo. Im Pool plantschten verspielte Männer auf Luftmatratzen und sonstigem aufblasbaren Wasserspielzeug. Gute Laune und Kontaktfreudigkeit beschreibt dieses Treiben am besten. Und so manch harter Kerl zeigte stolz seine Standfestigkeit...
30.03.11
Täglich findet auf einer anderen Skihütte das Mittagstreffen statt. Den Treffpunkt zu finden ist immer wieder eine neue Herausforderung und gleicht einer Schnitzeljagd.
Dirty Talk zum Lunch. Mann kennt sich mittlerweile schon besser. Das schlägt sich auch auf die Gesprächsthemen nieder. Vollkommen ungeniert wurde von den Ereignissen der letzten Nacht über pikante Details gesprochen. Und ebenso spezielle Wünsche geäußert. Mein Sitznachbar z.B. wollte einen Cock, oder zwei, zum Dessert.
Abenteuerlich wurde es am Rückweg. Keiner von uns kannte ihn. Wir wanderten die Piste aufwärts, fuhren wieder zurück, bis wir am Ende die richtige Abfahrt fanden. Ein 3-Stunden-Training im Fitnesscenter hätte nicht anstrengender sein können.
The boys gone wild. Immer wenn ich dachte, wir erreichten den Höhepunkt, ereignete sich ein neuer. Striptease auf der Pre-Party. Dieser Mann verstand sein Handwerk und hatte einiges zu bieten. Ich frage mich, wie er die ganze Zeit über seine Erektion halten konnte (die nicht jugendfreien Bilder gibt es ab nächster Woche auf www.thedarlings.at zu sehen). Dermaßen inspiriert ging es unter den Gästen hemmungslos zu. Dagegen war "Trade", die Main-Party, schon fast prüde...
31.03.11
Während meiner ersten Abfahrt des Tages sah ich, wie ein Verletzter geborgen wurde. Die beiden Sanitäter mussten unterwegs halten, um einen weiteren Gestürzten zu versorgen. Jetzt hatte es auch noch zu regnen begonnen. Das war zuviel. Da ich noch sehr müde vom wilden Treiben der vergangenen Nacht war und nicht ebenso enden wollte, ging ich gleich wieder schlafen.
"Lovechild" war ein toller Event, aber kein neuer Höhepunkt.
Ein interessantes Erlebnis hatte ich auf meinem Rückweg: Ein Bus des öffentlichen Verkehrs hielt mitten auf der Straße, las mich auf und brachte mich zu meinem Hotel. Das scheint hier nicht die Ausnahme, sondern die Regel zu sein. Die Busse fahren die ganze Nacht und sind gratis.
01.04.11
Kaiserwetter am letzten Tag. Ideal für ein Fotoshooting am Berggipfel. Mit ein paar Gogotänzern und Dragqueens ging es auf über 3000 Höhenmeter auf den "Pic Blanc". Das Ergebnis kann sich sehen lassen.
Das anschließende "Après-Ski" war mit Abstand das beste. Stimmung wie Dynamit. DJs und Crowd feuerten sich gegenseitig an und katapultierten sich in neue Sphären.
Abendessen mit den Künstlern. Meine Sitznachbarn waren Heidi (Dragqueen) und Steven (Gogo, Stripper). Heidi trank ihre Suppe mit dem Strohhalm. Das Dekor der Vorhänge inspirierte sie sehr. Sie drapierte geschickt ein Stück Stoff an ihrem Körper und lächelte dabei verzückt.
Steven, the only straight in the village, ist zwar allerliebst anzusehen, Manieren hat er jedoch keine. Er rülpste ungeniert beim Essen.
"Red and Blue" – die Closingparty oder "Dancing with the living deads". Total ausgepowert vom "Après-Ski" und all den Aktivitäten der vergangenen Woche hatte kaum noch jemand, Energie um richtig abzutanzen. Es war jedoch eine gute Gelegenheit, bei einem Drink noch nett zu plaudern. Da war z.B. Richard Griffiths und Niels Hamill aus London, die unbedingt in meinem Blog erwähnt werden wollten. Oder Dennis aus Köln – der Herzensbrecher. Jedesmal, als ich ihn sah, knutschte er mit einem anderen Boy herum. "Love is in the air" beschreibt die Stimmung auch allgemein ganz gut. Man sieht einige Männer rumknutschen, die die letzte Nacht noch mit ihrer Urlaubsbekanntschaft verbringen werden...
Und wie lief es auf diesem Gebiet bei mir? Den Traumprinzen traf ich nicht, dafür lernte ich aber viele nette Männer kennen und fand neue Freunde.
Ob ich wieder auf die "European Gay Ski Week" fahren würde? Auf jeden Fall!




































