Die Frau in Schwarz / The Music Never Stopped

In Die Frau in Schwarz kann man Daniel Radcliffe auf der Geisterjagd und in The Music Never Stopped Lou Taylor Pucci auf der Suche nach seinen Erinnerungen begleiten.
 
Die Frau in Schwarz
Der Regisseur James Watkins legt mit dem Remake eines britischen Fernsehfilms aus dem Jahre 1989 einen soliden Horrorfilm vor, der eher aus Suspense als auf Splattereffekte setzt. Leider wirkt der Film etwas altbacken und man vermisst auch Ecken und Kanten, die die glatte Oberfläche durchbrechen und Die Frau in Schwarz (The Woman In Black, UK/Kanada/Schweden 2012) aus der Masse der Hollywoodfilme hervorheben.
 
Daniel Radcliffe spielt den jungen Anwalt Arthur Kipps, der in eine Kleinstadt geschickt wird, in der der Geist einer erbosten Frau ihr Unwesen treibt. Als er entdeckt, dass diese die Kinder des Dorfes umbringt, weil sie ihr Kind verloren hat, versucht Arthur ihr zu helfen, um seinen Sohn Joseph zu retten.
 
Es fällt schwer Daniel Radcliffe die Vaterrolle abzukaufen, da sein Gesicht zu sehr mit dem Namen Harry Potter verbunden ist. Man kommt auch nicht umhin, zu vermuten, dass er exakt aus disem Grund gecastet wurde, um ein größeres Publikum anzulocken.
 
Alles in allem schafft es Die Frau in Schwarz sehr gut eine dichte und bedrückende Stimmung zu erzeugen und das ohne großen Einsatz von Spezialeffekten; in diesem Film wird mehr auf die Montage der Bilder und des Sounds gesetzt. Wer sich gerne gruselt und/oder Daniel Radcliffe vor sich auf der Leinwand sieht, hat einen unterhaltsamen Abend vor sich.
 
 
Trailer:

 
 
The Music Never Stopped 
The Music Never Stopped (US 2011) von Regisseur Jim Kohlberg basiert auf der Erzählung 'The last Hippie' von Oliver Sacks; dabei handelt es sich um einen realen Fall eines jungen Mannes, der durch einen Gehirntumor sein Gedächtnis verlor und es durch die Musik seiner Jugend - zumindest teilweise - wiedererlangte.
 
Der Film konzentriert sich auf die Beziehung zwischen Vater Henry und Sohn Gabriel, die durch Gabriels Krankheit nach 20 Jahren wiedervereint sind. Beide haben eine starke Verbindung zu Musik, doch leider zu sehr unterschiedlichen Richtungen. Dieser unterschiedliche Geschmack führte auch dazu, dass Gabriel als Teenager sein Elternhaus verließ, um nach New York zu ziehen.
 
Um seinen Sohn wieder zu bekommen, engagiert Henry eine Musiktherapeutin und tatsächlich macht Gabriel Fortschritte, doch leider nicht mit der Musik, die sich Henry gewünscht hatte. Schließlich muss er einsehen, dass er nur über die Musik seines Sohnes eine Verbindung zu diesem herstellen kann.
 
The Music Never Stopped ist ein sehr ruhiger, langsamer Film, der ohne viele Schnörkel auskommt, um seine emotional aufgeladene Geschichte zu erzählen. Die Schauspieler, allen voran Lou Taylor Pucci als Gabriel, schaffen es die Charaktere lebendig und tiefgründig erscheinen zu lassen. Sehr positiv hervorzuheben, ist natürlich noch der Soundtrack, denn wie der Titel vermuten lässt, spielt Musik eine große Rolle in dem Film. Die Songauswahl lässt das Lebensgefühl einer Ära wieder auferstehen und verleiht Gabriels Erinnerungen ein Gefühl der Authentizität. Das einzige Manko von The Music Never Stopped ist leider die Dramaturgie, die so wirkt, als wäre sie eins zu eins aus einem Dramaturgielehrbuch übernommen worden. Dennoch überzeugt die Geschichte und die schauspielerische Leistung.
(Text: Cristóbal Hornito)
 
 
Trailer:

 

Kinostarts
29.3.2012

 

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