Berlin Fashion Week Summer Season 2012/2013. Meine aller erste Fashion Week. Vier Tage lang bin ich eingetaucht in die Welt der Designer und Models. In das heiß geliebte Terrain der Fashion Victims, der Wannabees, der Blogger und der High Society. Ganz und gar nichts für schwache Nerven. Denn wer Bauchweh von Reizüberflutung bekommt oder von Blitzlichtgewitter einige Stunden blind wird, sollte gleich wieder kehrt machen.
Hier nun meine Schnappschüsse, mein fotografisches Tagebuch zur Berliner Fashion Week:

Darf ich vorstellen, meine Begleitung Simon! Durch ihn kam ich überhaupt dazu mir so eine Fashion Week mal von nahem zu geben. Nein, nein, er ist nicht fotoscheu. Eingekleidet wie die schwarze Witwe aus nem schlechten Horrorfilm versucht er nur ein wenig zu dösen.

Um ein Uhr Mittags (4 Stunden nach unserer schlaflosen Ankunft) gings dann zu meiner ersten Show. Rebekka Ruetz. Ich muss gestehen ich war so damit beschäftigt meine Sitznachbarn und ganz besonders die Fotografen zu beglotzen, dass ich ganz auf die Fashion vergaß. Oh nein wie uncool von mir - hust - mir egal. Aber ist euch schon aufgefallen, dass all die Smartphones und Fotoapparate im Dunkeln aussehen wie Glühwürmchen? Oder habt ihr euch auch schon gedacht, dass sie den Bass deshalb so laut aufdrehen, damit man das epileptische Knipsen der Fotografen nicht mehr hört?

Ne, ne hier ist kein Model hingefallen oder musste sich auf nen Promi übergeben, das ist hier der Dauerzustand der Fotografen. Hab mich da bei Dimitri dazu geschummelt. Sehr lustig den Fotografen zuzusehen wie sie sich um die besten Plätze streiten oder ihr Revier und ihre Sicht verteidigen. Wobei ein paar waren auch ganz lässig unterwegs, haben einfach so im Dunkeln dann angefangen Kinderlieder zu pfeifen. Wenigstens irgendjemand hier, der das ganze nicht so ernst nimmt!

Ich habe schnell gelernt was das absolute No-Go ist wenn man Fashion Week Besucher ist: NIEMALS gelangweilt und uncool dasitzen! Auch wenn es heiß ist und du eigentlich nur in ruhe schwitzen willst - das gibt's hier nicht! Hier also ein paar Hard-Facts mit denen ihr immer punkten könnt:

Regel Nummer 1: FOTOGRAFIEREN. Das A und O ein jedes Bloggers. Ob mit eurem Smartphone oder eurer supercoolen Spiegelreflex. Egal wen, was, wo, wie - tut es einfach! Umso dreister, umso cooler. Und wenn ihrs in der nächsten Sekunde mit Instagram aufpeppt und auf euren Blog postet, seid ihr der absolute Overkill!

Für die ganz mutigen: Umso näher ihr hingeht umso besser! Damit beweist ihr Mut und signalisiert, dass ihr euch mit Stoffen auskennt. Ob das der Wahrheit entspricht ist egal. Aber seht doch nur wie neidisch da die anderen Models werden können!

Hier meine persönliche Nummer eins aller Fotografen. Ich habe ihn die Tage durch beobachtet. Er taucht aus dem nichts auf, flitzt durch die Menge wie der Wind, sucht mit energischem Blick die top gestylten Besucher heraus, bittet sie mit unvollständigen Sätzen wie „Darf ich...kurz...Foto?" oder „Könnt...ihr (die klassische Handbewegung die zu verstehen gibt sie sollen zusammen rücken) ...Super!" und drückt dann ein paar mal ab. Sein Blick signalisiert Dank und schon ist er wieder weg und man weiß schon gar nicht mehr ob das wirklich passiert ist! Also herzlichen Applaus, die Medaille wird Ihnen morgen zugeschickt.

Wenn ihr mal keine Lust auf Fotos habt - ob als Fotograf oder Model - einfach das Smartphone zücken. Damit wirkt ihr beschäftigt und total wichtig für eure Umwelt. Damit signalisiert ihr: Ja ich checke gerade meine Mails, da ich wissen will auf welche After-Show-Partys ich heute Abend gehen kann. Ja, ich poste gleich auf Facebook ein neues Foto oder einen neuen Status-Update (egal wie kurz die Intervalle). Ja, ich bin der Mittelpunkt der Welt und ich genieße diesen Luxus gewollt zu werden.

Natürlich braucht jede wichtige Fashion-Person mal ein Päuschen. Was bleibt denn da noch? Genau, ALKOHOL! Und zwar gratis und in Mengen! Aber ja nicht zu viel, schön langsam am Glas nippen, wer weiß denn schon wer noch alles so auf euch zu kommt?

Meine Damen und Herren hier also die Person von der ihr euch alle ein Scheibchen abschneiden müsst. Ob als Fashionista oder Blogger, so hat man auszusehen wenn man auf den Beginn der Show wartet. Drink in der einen Hand, Kamera in der anderen und ein schöner, leichter Schmollmund. Somit wirkt ihr nicht gelangweilt sondern wie die Königin, die sich nicht mit dem niederen Volk abgibt und daher in Gedanken versunken ist.

Mittwochabend bei der Show von Franziska Michaela bei „Designer Scouts - Fashion Shows"

Erinnert doch stark an die morgendliche Yogaübung, findet ihr nicht? Oder an das morgendliche Gebet. Hoffentlich blickt er in die richtige Himmelsrichtung. Osten oder?
Perfekte Vorlage für einen neuen Horrorfilm oder? Topt „The Grudge" oder „The Ring" bestimmt um Längen!

Mein absolutes Highlight an diesem Abend. Er ist doch der Hammer. Bei seinem Anblick bin ich nicht wegen der allgemeinen Hitze dahingeschmolzen. Ab jetzt sind mir männliche Models um einiges sympathischer!

Bestimmt der beste Freund von Lady Gaga die ihm ihre Googles geborgt hat. Er war wie der schwarze Geist. Überall und trotzdem unauffällig.

Unspoken Fashion-Statement N°1: I RUN THE BLOG EVERYBODY IS TALKING ABOUT

Unspoken Fashion-Statement N°2: I HATE PRIMARK

Unspoken Fashion-Statement N°3: Marylin has to be always with you. If not, take Audrey!

Endlich nennt jemand mal das Kind beim Namen: GOD IS A WOMAN = ANNA WINTOUR

Welcome to the Festival of the Upper Class! Jeder der in ist und drin ist, kriegt ein Bändchen. Logisch oder?

Ob sich die beiden Damen links ebenfalls gerade Fragen wo sie den Goldtopf und Regenbogen gelassen hat?

Watch out! Bonnie's hair is burning! Any fire hose here?!

Also wirklich, schickt sich aber wirklich nicht dem Handy mehr Aufmerksamkeit zu schenken als den Kolleginnen die gerade volle Arbeit leisten!

Dass Jimmy Blue Ochsenknecht so modebegeistert ist wusste ich gar nicht. Vielleicht ist er auch nur für den Bruder da um sicher zu gehen, dass seine Freundin Bonnie brav arbeitet.

Alina Süggeler, Sängerin der Band „Frida Gold". Eine fabelhafte Frau. Mehr brauch ich nicht zu sagen.

Also wirklich, ist es denn wirklich so schlimm wenn sich eine unschuldige Hummel mit Bonnie Strange und Patrick Mohr ablichten lassen möchte?

Studiovorstellung von ép_anoui von Eva Poleschinski und die Freunde des Horrorfilm-Models.

Na wer hätte das gedacht! Hier trifft man ja auch bekannte Gesichter. Das ist doch der Huntsman aus Issue 25!

Andi Wolf machts richtig: Hier werden die Models zu lebenden Menschen! Hier wurden reichlich Bananen gegessen, Zeitungen gelesen und Schach gespielt. Nur ob der in der Mitte diese Hose tatsächlich freiwillig angezogen hat ist noch ungeklärt...

Links: Wie bestellt und nicht abgeholt.
Rechts: Sehnt sich nach einer ganz langen Umarmung.

Shaun Ross, der Coolste neben Rick Genest war auch dabei. Nice ihn auch einmal in echt gesehen zu haben. Und habt ihr schon diese Maske bewundert?! GOLD WERT! Romanian Designers know how to rock!

Und mein persönliches Fazit dieser Fashion Show?
Wie Alice bin ich in den Kaninchenbau gestürzt und ins Wunderland der Fashion gefallen. Einer meiner dekadentesten Trips.
Was ich gelernt habe?
- Nie durch das Mercedes Benz Zelt laufen, auch wenn mans eilig hat. Denn man hört sich dabei an wie ein tonnenschwerer Elefant und hat sofort alle Blicke auf sich kleben.
- Sich in die erste oder zweite Reihe zu setzten funktioniert leichter als man denkt.
- Immer dafür sorgen, dass man ausreichend Snacks einstecken hat. Anscheinend versorgt sich die Fashion nur mit Luft, Liebe und Alkohol
Somit verabschieden wir uns ganz à la First-Row-People.
Adios muchachos!
(Text & Fotos: Tamara Pichler)







































