Beach, please

Kunst

"Google Shore View" könnte man Gray Malins Serie "À la Plage, À la Piscine" nennen. Die Idee, die Strände dieser Welt zu "kartografieren" kam dem Texaner bei einem Urlaub in Las Vegas. Dort knipste er erstmals die mannigfachen Besucher eines Hotelpools von seinem hochgelegenen Zimmer aus. Fasziniert von diesem Anblick beschloss Gray dem Schnappschuss weitere folgen zu lassen und die möchten wir euch nicht vorenthalten.
 
Ursprünglich wollte Gray Malin weitere Aufnahmen von Hotels aus machen. Und zwar in Miami. Doch die diversen Hotelleitungen waren wenig davon angetan ihre Gäste Grays Linse auszusetzen und lehnten ab. Eine Alternative war schnell gefunden. Der Wahl-Kalifornier machte sich daran Strände in Amerika, Europa und Australien aus dieser spektakulären Perspektive fotografisch einzufangen. Die Destinationen suchte Gray ganz einfach via Google und bestieg dort für jeweils ein Wochenende einen Helikopter. Im Gepäck: seine Kamera und sein Talent.
 
Das Resultat sind farbenprächtige Bilder, die akutes Fernweh hervorrufen. Land und Wasser treffen aufeinander und werden, so scheint es, durch eine Naht aus Menschen, Sonnenschirmen und Badtüchern verbunden. Sattes Meeresblau und weiss schimmernde Strände, gesprenkelt mit Strandbesuchern in farbigen Badehosen. Manchmal herrscht ein Chaos an bunten Elementen und manchmal sind die knalligen Schirme und Liegen fein säuberlich aufgereiht. So oder so beeindrucken die Fotografien.
 
Bevor sich Gray Malin auf machte, um seine Verlobte zu ehelichen befragten wir ihn zu seiner Idee und seinen Erfahrungen bei der Umsetzung.
 
VANGARDIST: Laut einem Posting bist du bei einem Urlaub in Las Vegas auf die Idee zu dieser Fotoserie gekommen. Wie wurde daraus ein weltweites Projekt?
Gray Malin: Ja, die Serie begann mit einem einzelnen Foto von meinem Hotelzimmer in Las Vegas aus. Monate später war ich von dem Bild noch immer so fasziniert, dass ich mich dazu entschloss, mit weiteren Bildern von Hotelpools an der ‚Art Basel’ in Miami teilzunehmen. Allerdings wollte mir kein Hotel in Miami Zugang zu einem Hotelzimmer gewähren, um solche Fotos zu schiessen. Also tat ich das Nächstbeste: Ich mietete einen Helikopter! Als ich die Pools fotografierte bemerkte ich, wie schön auch die Strände aus dieser Perspektive waren. Vor allem in South Beach, wo die Hotels nur einen Steinwurf vom Meer entfernt sind.
Nach dem Erfolg in Miami setzte ich das Projekt fort und buchte Reisen nach Kauai und Rio de Janeiro.
 
VA:Wie bist du auf die Orte gekommen und wie hast du die Tage gewählt, an denen du die Strände fotografiert hast?
GM: Ich habe die Fotos immer an einem Samstag oder einem Sonntag geschossen, wenn die Strände am besten besucht waren. Mit dem Projekt habe ich im Winter begonnen. Also musste ich anfangs Standorte in der südlichen Hemisphäre wählen, wo es zu dieser Zeit wärmer war.
Die Orte suchte ich fast ausschliesslich via Google. Der schwierigere Part war es in anderssprachigen Ländern Piloten zu finden, die Englisch konnten. Zweimal musste ich sogar einen Übersetzter engagieren, der bereit war im Helikopter mitzufliegen.
 
VA: War es schwer die Shootings logistisch zu bewerkstelligen? Wie bist du vorgegangen und wie lange warst du jeweils in der Luft?
GM: Die Logistik war in der Tat eine grosse Herausforderung. Vor allem, wenn man nur für ein kurzes Wochenende um den halben Erdball reist. Wichtig war bei der Planung gut zu recherchieren und zielgerichtet zu arbeiten. Letztendlich konnte ich aber nur auf das Beste hoffen und optimistisch bleiben.
Am wenigsten auszumachen war natürlich das Wetter. Das kann man nun mal nicht kontrollieren. Die Reise nach Sydney habe ich erst einen Tag vorher gebucht, weil es ein sehr bewölkter Sommer war. Als ich dann sah, dass der Wetterbericht Sonne voraussagte, buchte ich den Flug, stieg in die Maschine, landete am Freitag, fotografierte am Samstag und machte mich bereits am Sonntag wieder auf den Heimweg.
Im Hubschrauber war ich meistens etwa eine Stunde aber nie länger als 90 Minuten.
 
VA: Dieses Projekt hat bestimmt auch viel Spass gemacht (Reisen! Strände!). Was war der schönste und was der herausfordernste Teil?
GM: Das stimmt! Es war unglaublich meine drei Lieblingsbeschäftigungen auf meinem Karriereweg vereinen zu können: Reisen, Strände und Fotografie. Am schönsten war das Gefühl im Helikopter zu sitzen und direkt durch die Linse zu sehen, wie mein Traum in Erfüllung ging.
Die grösste Herausforderung war, stets das Beste aus schwierigen Situationen zu machen. Man wächst mit jeder Aufgabe, der man sich stellt.
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
weitere Infos:
www.maisongray.com
www.facebook.com/MaisonGray
Twitter (@graymalin)
 
 
(Text: Christoph Daniel)

 

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