Iconatomy

Kunst

Warum zerschneidet man Bilder von Stars und gut aussehenden Schauspielern? Man hat sich entweder noch nicht mit der eigenen Hässlichkeit abgefunden und versucht seine Komplexe durch das Zerstören der scheinbar ewig wunderschönen Feindbilder zu kompensieren, oder man kombiniert die Schnitte und stellt dabei Collagen her, die Vergangenheit und Gegenwart auf geniale Weise miteinander vereinen.
 
Ist Schönheit zeitlos? Wenn wir die letzten 100 Jahre betrachten hat sich das Schönheitsbild in unserer Gesellschaft radikal verändert. Aber was bleibt und überdauert? Sind es die Augen, die markanten Gesichtszüge oder das mitreißende Lächeln? Und können die heutigen Celebrities an die Megastars wie Hepburn, Monroe und Taylor heranreichen?
 
George Chamoun, 27, lebt in Stockholm. Im Zuge eines Workshops mit dem Thema ‚Ikonen', erschuf der gelernte Schmuckdesigner Collagen, die je 2 Schauspieler aus der Vergangenheit und Gegenwart miteinander verschmelzen lassen. Bei Iconatomy, so der Name des Projekts, geht es also um Ikonen und Anatomie (obwohl es einem doch sehr schwer fällt Robert Pattinson als eine Schauspielikone zu bezeichnen...). Seine Werke sind eine faszinierend anzusehende Symbiose aus amöboiden Schnitten, die fließend ineinandergreifen und so einen grenzenlosen Übergang zwischen alt und neu schaffen. Nur farbige und schwarz/weiße Bildelemente führen den Betrachter dann doch vor Augen, dass diese Bilder nicht aus einem Guss sind.
 
George, der im Alter von 3 Jahren, aufgrund des Bürgerkrieges, mit seinen Eltern aus dem Libanon flüchten musste, betont, dass keines der Originalbilder digital verändert wurde. Genauso wenig möchte er die kombinierten Schauspieler in irgendeiner Weise miteinander vergleichen. Man solle also nicht böse sein, wenn der persönliche Lieblingsdarsteller mit jemandem ‚vermischt' wurde, dessen Name im Cast ausreicht, damit man die verbliebenen 8 Euro doch lieber in Bier, anstatt in Kinokarten investiert.
 
Drei Wochen lang wurden unzählige Fotos gesichtet, bis der richtige Winkel, die richtige Perspektive gefunden wurde. Am Ende entstanden diese 5 Werke, die definitiv Lust auf mehr machen.
 

 

 

 

 

 
(Text: David Aminger, Kollagen: Georg Chamoun)

 

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