Grace Jones und die rauchenden Kinder

Kunst

Grace Jones raucht eine Zigarette. Sie sieht diese dabei gewohnt streng, fast schon verachtend an. Der rote Lippenstift hat seine Spuren am Filter hinterlassen und der blaue Dunst kringelt sich geschmeidig nach oben. Ein Bild voller Ästhetik, eine Komposition die das Auge erfreut. Doch es ist nicht Grace Jones, die ihrem Laster frönt. Es ist ein junges, unschuldiges Mädchen.
 
Frieke Janssens zwingt einen mit ihren Smoking Kids in eine Zwickmühle. Adrett gekleidete und geschminkte, an berühmte Persönlichkeiten oder ebenso famose Filmrollen erinnernde Kinder mit einer Attitüde, wie wir sie im Kino oft vergeblich suchen, begeistern auf diesen perfekt inszenierten Bildern. Doch sie rauchen. Sie tun etwas, was wir nicht gutheißen können. Und mit einem Mal sind wir hin und hergerissen zwischen der anziehenden Ästhetik dieser Bilder und der abstoßenden Aussage.
 
Wir wollen sie einfach mögen, die hyperrealistischen Werke von Frieke Janssens, die an den grandiosen Gottfried Helnwein erinnern. Aber die Künstlerin selbst lässt uns nicht und bewegt uns still und heimlich dazu, nachzudenken. Wie oft sehen wir über falsche Botschaften hinweg, nur weil sie ästhetisch verpackt sind? Wieso darf die Verpackung oft Gegenteiliges vermitteln als sie tatsächlich beinhaltet?
 

 
Die Idee zu diesen Bildern lieferte ein kleines Phänomen aus Indonesien, welches via YouTube in Windes Eile um die Welt ging. Ein nikotinabhängiges Kleinkind, das bis zu vierzig Zigaretten am Tag raucht. Hier ist zu erwähnen, dass Janssens’ Kinder beim Shooting kein einziges Mal eine Zigarette in Händen hielten. Sondern adäquate Platzhalter wie Räucherstäbchen oder Tafelkreide. Der Glimmstängel hat stets Dank Photoshop den Weg in die Bilder geschafft.  
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
weitere Infos:
www.frieke.com
facebook.com/friekejanssensphotography
 
(Text: Christoph Daniel)

 

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