Boy dokumentiert eine sehr wortkarge Fuchsjagd von Vater und Sohn irgendwo im Nirgendo. Unter brütender Hitze und bedrückender Stille beschäftigt sich Topas Adizes' Kurzfilm mit einer ziemlich angespannten Scheidungsgeschichte.
Obwohl in den rund zehn Minuten des Filmes wenig thematisiert wird (da niemand sich die Mühe macht, eine tiefergehende Unterhaltung anzufangen), bleibt dem geneigten Zuschauer nichts übrig, als den namenlosen Boy dabei zu beobachten, wie er auf Dinge schießt und traurig aus der Wäsche guckt.
Sein Vater wiederum (ebenfalls nicht der gesprächige Typ), versucht es einmal mit: "Wie geht es Mom?", erntet jedoch nicht viel mehr als die von Grillen untermalte Stille der Einöde.
Der Gedanke hinter Boy ist recht ersichtlich: Der Junge steht zwischen den Fronten und im ständigen Konflikt zwischen dem Gehorsam, den der Vater erwartet, und diesem gewissen Rebellionsgeist, der das alles eigentlich nicht mag. Schießt er auf Füchse oder Dosen oder Flaschen oder sich selbst, das hat eigentlich keinen Wert. Und obwohl die Geschichte eine Menge Potenzial hat, bleibt zu sagen, dass weniger nicht immer mehr ist, und festzustellen, dass auch Boy in diese unbeliebte Rubrik Geschmackssache fällt.
Boy
directed by: Topaz Adizes
starring: Finn Greene, Jeff Wells
(Text: Wilke Weermann)







































